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Wissenswertes

Zur Geschichte der Röhrenverstärker

Um die siebziger Jahre herum vollzog sich eine Wende
in der Elektrotechnik und der Transistor wurde geboren.
Das kleine Halbleiterelement konnte verstärken und tat
dies in Schaltungen die weniger Platz brauchten und dazu
noch mit weniger Energie auskamen als vorher die Röhre.

Der Elektronikmarkt wurde in Folge dessen mit günstigen
wirtschaftlich arbeitenden, leistungsstarken und
platzsparenden Transistorverstärkern überschwemmt.
Während dieser Entwicklung traten Audio-Röhrenverstärker
zwangsläufig in den Hintergrund. Die Nachfrage nach
leistungsstarken Transistorverstärkern wurde so groß,
dass der Röhrenverstärker schlichtweg “aus der Mode"
kam. Lediglich in einigen wenigen Anwendungsbereichen
wie beispielsweise in der Sendetechnik und im Audiobereich gehörten Röhrenverstärker weiterhin zum Geschehen.

In der Sendetechnik sind Röhrenschaltungen immer noch
üblich. Die hier oft geforderte hohe Sendeleistung ist mit
Transistoren mit vertretbarem Aufwand kaum umzusetzen.
Im Audiobereich attestiert man dem Röhrenverstärker
heute wie damals einen “wärmeren” und angenehmeren
Klang, als dem meist analytisch und “kalt” klingenden
Transistorverstärker. Gerade im Audiobereich war diese
Einschätzung vieler Kunden der Anstoß für manche
Verstärkerhersteller ihre Aufmerksamkeit auch weiterhin
auf die Röhrentechnik zu richten. Manche Schaltungs-
konzepte mit Röhren wurden weiter verbessert und boten
der Halbleitertechnik tapfer die Stirn.

In der heutigen schnelllebigen Zeit mit Ihrer “Geiz ist Geil”
Mentalität, in der die meisten Produkte aus Niedriglohn-
ländern kommen, werden auch die oppositionellen Stimmen
laut. Solche, die wieder nach Qualität rufen und nicht
vorrangig auf den Preis schauen. Solche, für die ein
schönes Produkt, wie eine mechanische Uhr oder ein
besonderes Fahrzeug, ein handgearbeiteter Schrank oder
allgemein ein seltenes technisches Gerät eine “Seele”
haben und ein lebenslanger Begleiter sind. Die Stimmen
gibt es vielleicht mehr als sonst irgendwo im audiophilen
“High End” Bereich. Diese Stimmen waren es, die im
Röhrenverstärker das qualitativ hochwertige, klanglich
angenehmere und zudem noch “beseelte” Pendant zum
Transistor sahen. So konnten die Röhrenverstärker nie
ganz tot gesagt werden.

Röhrenverstärker Heute

Gegenwärtig wird beobachtet, dass renommierte High
End Magazine wieder verstärkt hochwertige Röhren-
verstärker vorstellen und testen, die Analogtechnik
(allgemein) erlebt einen zweiten Frühling. Allen voran
der Röhrenverstärker, er nimmt nach und nach wieder
einen hohen Stellenwert bei High End Konsumenten ein.
Bei der Musikwiedergabe gehören Röhrenverstärker
klanglich wieder zur absoluten Weltspitze.

Klangliche Unterschiede zwischen
Röhre und Transistor

Oft wird die Frage gestellt, warum ein Röhrenverstärker
denn so anders klingt als ein Transistorverstärker, ob
besser oder schlechter mag dahingestellt sein. Der größte
Unterschied liegt im spezifischen Übertragungsverhalten.
Betrachtet man allein die Kennlinien/Datenblätter von
Verstärkern, dann liefert ein Röhrenverstärker bei voller
Leistung harmonische Verzerrungen im Prozentbereich,
während ein Transistorverstärker dann allenfalls ein
zehntel Prozent Verzerrungen produziert.

Nun kommt das Besondere: je leiser ein Röhrenverstärker
Musik wiedergibt, desto geringer werden die produzierten
Verzerrungen. Führt man dies mit einem Transistor-
verstärker durch, dann nimmt die Verzerrung bei geringer
Lautstärke demgegenüber zu. Im Allgemeinen kann
festgestellt werden, dass Röhrenverstärker mit kleinen
Signalen äußerst “schonend“ umgehen. Des Weiteren
sind die vom Röhrenverstärker produzierten Verzerrungen
in Quantität und Qualität nachweislich in einem für das
menschliche Gehör angenehmeren Maß, als beim
Transistorverstärker vorhanden. Für viele Hörer ist diese
Beobachtung Anlass, dem Transistorverstärker einen
harten und kalten Wiedergabecharakter zu bescheinigen.

Dieser Umstand macht deutlich, dass das Verzerrungs-
verhalten bei maximaler Ausgangsleistung eines
Verstärkers zwar für beispielsweise wissenschaftliche
Untersuchungen interessant ist, dies jedoch kaum etwas
über die Qualität der Musikübertragung im heimischen
Wohnzimmer aussagt. Denn hier entscheidet der Auditor
selbst, was gut klingt und was nicht.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Unterschied im Bereich
der Gegenkopplung bei Röhren- und Transistorverstärkern.
Bei einem Röhrenverstärker wird das Ausgangssignal
grundsätzlich in geringerem Maße (bei einigen
Schaltungskonzepten gar nicht) mit dem Eingangssignal
verglichen und diesem überlagert. Ein Transistorverstärker
kann dagegen konstruktionsbedingt nicht ohne
Gegenkopplung arbeiten.

Röhrenverstärker von früher
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